Chemenu 2.1.0 - deterministischer Wissenskompiler
CI / verify (push) Failing after 32s
Release / release (push) Successful in 38s

Chemenu kompiliert Rohnotizen zu einem verlinkten, quellengebundenen Wiki:
raw/ -> types/ + tools/ -> kb/ -> reports/. Was mechanisch ist, macht
tools/wikitool; was Urteil braucht, macht ein Agent unter Contracts, deren
Grenzen in Code durchgesetzt sind statt im Prompt.

Dieser Commit ist der Startpunkt der oeffentlichen Historie. Die vorherige
Entwicklung fand in einer privaten Instanz statt und ist nicht Teil dieses
Repositorys; ihre Erzaehlung steht vollstaendig in CHANGES.md, das mit 44
Eintraegen von 0.1.0 bis 2.1.0 erhalten geblieben ist.

Der mitgelieferte Korpus ist ein Testbett und eine Demo: 170 Seiten ueber den
Stack selbst - Gates, Lint, Versionierung, Suche, das Wiki-Muster. Er
dokumentiert das Werkzeug mit den eigenen Mitteln des Werkzeugs.

Lizenz: AGPL-3.0 fuer den Stack (tools/, types/), CC-BY-4.0 fuer die Inhalte.
Die Grenze zwischen beiden ist der Dateiplan, den dist export berechnet -
siehe NOTICE.
This commit is contained in:
2026-09-01 16:24:34 +02:00
commit 18ae28f918
368 changed files with 50628 additions and 0 deletions
@@ -0,0 +1,117 @@
---
type: types/concept.md
concept_type: decision
tags: [quality, tooling, tests, governance]
created: 2026-08-31
modified: 2026-08-31
related: [Ambient Environment Dependency, wikitool, Iteration and Cost Limits, Mass-Update Gate]
sources: [Source - Conversation - Hardening the Test Suite Against Silent Environment Dependencies Session 2026-08-31]
confidence: 0.50
confidence_base: 0.50
provenance: sourced
summary: Entscheidung, eine wiederkehrende Fehlerregel in die Ausfuehrung einzubauen statt sie aufzuschreiben - Rangfolge erzwingen vor melden vor erinnern, belegt an einer Regel, die gelesen wurde und nicht wirkte
---
# Structural Enforcement over Documented Rule
**Typ:** Decision
## Definition
Wo ein Fehler sich wiederholt, wird die Regel dagegen **in die Ausführung eingebaut**, statt sie
aufzuschreiben. Eine aufgeschriebene Regel wirkt nur, solange jemand sie liest, sie im richtigen
Moment erinnert und sie befolgt; eine strukturell durchgesetzte Regel macht den Fehler
unschreibbar oder bricht sichtbar ab.
Die Entscheidung ist nicht "Dokumentation ist wertlos". Sie ist eine Rangordnung für den Fall,
dass beides möglich wäre: **erst erzwingen, dann dokumentieren, warum erzwungen wird.** Die
Dokumentation erklärt die Regel und ihre Ausnahmen; sie trägt aber nicht die Durchsetzung.
## Kernpunkte
- **Der harte Beleg: eine gelesene Regel hat den Fehler nicht verhindert.** Bei Gitea-Issue #8
führten zwei neue Tests dieselbe Umgebungsabhängigkeit erneut ein - geschrieben von jemandem,
der das Issue vorher gelesen hatte[^s-conversation-hardening-the-test-suite-against-silent-environment-dependencies-session-2026-08-31]. Das ist kein Sorgfaltsmangel, sondern die Aussage über die
Wirksamkeit von Prosa in diesem Fall: sie wurde gelesen und wirkte nicht.
- **Der Stack wendet dasselbe Prinzip schon an anderer Stelle an.** Die Gates sind bewusst im
Code durchgesetzt und nicht als Anweisung formuliert - ein Prompt-Limit ist eines, an dem ein
Agent sich vorbeireden kann. Siehe [[Iteration and Cost Limits]] und [[Mass-Update Gate]].
Die Fixture-Entscheidung ist derselbe Grundsatz, angewandt auf die Testsuite.
- **Erzwingen schlägt Melden, und beides schlägt Erinnern.** Rangfolge: (1) den Fehler unmöglich
machen, (2) ihn beim Auftreten sichtbar abbrechen lassen, (3) ihn dokumentieren. Bei #8 war
Option 1 die Fixture (die Abhängigkeit kann nicht mehr entstehen), Option 2 der zweite
CI-Schritt (meldet nach dem Push), Option 3 der Satz im Issue - der bereits gescheitert war.
- **Ein Guard, der erst nach dem Push meldet, schützt nicht dort, wo die Fehler entstehen.** Der
verworfene zweite CI-Job hätte den Lauf des Entwicklers nie berührt. Geschrieben werden die
Fälle aber genau dort.
- **Ein Guard darf nicht auf einer zufälligen Eigenschaft seiner Umgebung beruhen.** Der
CI-Container galt als "Maschine ohne globale git-Konfiguration"; seit `actions/checkout@v7`
legt der Checkout selbst eine an[^s-conversation-hardening-the-test-suite-against-silent-environment-dependencies-session-2026-08-31]. Ein Guard mit dieser Voraussetzung hätte still aufgehört zu
greifen, ohne roten Lauf. Die strukturelle Variante hängt an nichts dergleichen.
- **Die Entscheidung wird begründet dort hinterlegt, wo jemand sie rückgängig machen würde.** Der
Kommentar am CI-Tests-Schritt hält fest, warum es beim einen Lauf bleibt - sonst rüstet
irgendwann jemand den zweiten aus dem alten Grund nach. Das ist die Rolle, die der
Dokumentation bleibt: nicht die Regel tragen, sondern ihre Aufhebung teuer machen.
- **Das Prinzip gilt rekursiv, und dort liegt seine offene Flanke.** Die Fixture aus `1.7.1`
pflegt ihre Variablenliste von Hand, und die Pflicht zum Nachtragen steht - in Prosa. Das ist
exakt dasselbe Muster eine Ebene höher und als Gitea-Issue #23 offen[^s-conversation-hardening-the-test-suite-against-silent-environment-dependencies-session-2026-08-31]. Wer dieses Concept
anwendet, sollte prüfen, ob sein Guard selbst nur durch eine Regel zusammengehalten wird.
- **Der Preis ist Aufwand vor dem Nutzen.** Erzwingen kostet Code, Tests für den Guard und einen
Nachweis, dass er greift. Aufschreiben kostet einen Absatz. Der Tausch lohnt sich, wenn der
Fehler wiederkehrt oder sein Schaden still ist - nicht bei jedem Einzelfall.
## Beispiele
- [[wikitool]] - die autouse-Fixture aus `1.7.1`, die die Umgebungsabhängigkeit unschreibbar
macht, statt in `instructions/dev/testing-conventions.md` davor zu warnen
- [[Iteration and Cost Limits]] - 60 Aufrufe je Session und der Loop-Breaker, im Code
durchgesetzt statt als Anweisung formuliert
- [[Mass-Update Gate]] - Exit 42 mit Freigabe-Token statt der Bitte, vorsichtig zu sein
- [[AGENTS.md]] - Invariante 8 ("eine Regel, ein Ort") ist die dokumentarische Hälfte desselben
Anliegens: eine Regel kann nur erzwungen werden, wenn sie genau eine Fassung hat
## Wann zu verwenden
- Ein Fehler ist zum zweiten Mal aufgetreten, besonders wenn der Verursacher die Regel dagegen
kannte.
- Der Fehler ist beim Entstehen unsichtbar und wird erst später und woanders sichtbar.
- Die Regel wäre in einem Dokument abgelegt, das im entscheidenden Moment niemand offen hat.
- Es gibt eine mechanische Prüfung, die den Fehler eindeutig erkennt - ohne die bleibt nur die
Dokumentation.
## Wann NICHT zu verwenden
- Für Urteilsfragen. Was auf eine Seite gehört, welcher Ton angemessen ist, ob ein Befund eine
eigene Seite verdient - dafür gibt es keine mechanische Prüfung, und eine erzwungene Näherung
wäre schlechter als eine gute Anleitung.
- Für Einzelfälle ohne Wiederholungsrisiko. Ein Guard, der nie greift, ist Code, der gewartet
werden muss und nichts trägt.
- Wenn die Durchsetzung mehr Fehlalarme produziert als Funde. Ein Guard, dessen Meldungen man
gewohnheitsmäßig überliest, hat den Schutz bereits verloren und kostet weiter.
- Als Ersatz für die Begründung. Ein erzwungener Check ohne erklärenden Kommentar wird beim
ersten Widerstand entfernt.
## Verwandte Concepts
- [[Ambient Environment Dependency]]
- [[Iteration and Cost Limits]]
- [[Mass-Update Gate]]
- [[Green Suite Blind Spot]]
## Beziehungen
- **Gegenmittel zu:** [[Ambient Environment Dependency]]
- **angewandt in:** [[Iteration and Cost Limits]]
- **angewandt in:** [[Mass-Update Gate]]
- **umgesetzt in:** [[wikitool]]
## Siehe auch
- [[Source - Conversation - Hardening the Test Suite Against Silent Environment Dependencies Session 2026-08-31]]
- [[Ambient Environment Dependency]]
- [[wikitool]]
- [[Iteration and Cost Limits]]
- [[Mass-Update Gate]]
## Fußnoten
[^s-conversation-hardening-the-test-suite-against-silent-environment-dependencies-session-2026-08-31]: [[Source - Conversation - Hardening the Test Suite Against Silent Environment Dependencies Session 2026-08-31]]