docs: INSTALL-MCP.md fuer Menschen, wird mit dist export ausgeliefert (2.4.1)
CI / verify (push) Successful in 53s
Release / release (push) Successful in 38s

Files changed:
- CHANGES.md
- INSTALL-MCP.md
- INSTALL.md
- README.md
- VERSION
- tools/chemenu/commands/dist_cmd.py
This commit is contained in:
2026-09-02 07:27:57 +02:00
parent 576df2cddd
commit 83018fcc7d
6 changed files with 287 additions and 4 deletions
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@@ -0,0 +1,239 @@
# MCP-Leseserver installieren
Dieses Dokument richtet sich an Menschen. Es beschreibt, wie der MCP-Leseserver eines Chemenu-
Wikis lokal läuft, wie ein Client ihn einbindet, und wie er hinter einer Authentifizierung
erreichbar wird. Der agent-seitige Betriebsablauf steht in
[instructions/mcp-read-server.md](instructions/mcp-read-server.md); die vollständige
Kommandoreferenz in [tools/CONTRACT.md](tools/CONTRACT.md).
**Was der Server ist.** Ein zweiter Konsument desselben Kerns, nicht ein zweites Programm. CLI
und Server rufen dieselben Funktionen auf; ein Golden-Test hält ihre Ausgaben gegeneinander.
Was `tools/wikitool search --json` liefert, liefert das MCP-Tool `search` auch — plus den
Commit, aus dem die Antwort berechnet wurde.
**Was er nicht ist.** Kein Schreibpfad. Es gibt kein Tool, das eine Seite anlegt, ändert oder
publiziert — nicht weil eine Liste gefiltert wird, sondern weil der Server nichts unter
`tools/chemenu/commands/` importiert. Die Funktionen sind aus diesem Prozess heraus nicht
erreichbar.
## Voraussetzungen
- Eine funktionierende Instanz nach [INSTALL.md](INSTALL.md) — inklusive `tools/.venv` und
`ripgrep`
- Python 3.11 oder neuer (wie die CLI)
## Schritt 1: Abhängigkeit installieren
Sie liegt bewusst nicht in `tools/requirements.txt`. Eine Instanz, die nur die CLI benutzt, soll
dafür nicht pydantic, starlette, uvicorn und cryptography mitinstallieren müssen.
```bash
tools/.venv/bin/pip install -r tools/requirements-mcp.txt
```
## Schritt 2: Lokal starten (stdio)
`stdio` ist der Weg zum Ausprobieren und für einen Client auf derselben Maschine: ein Prozess
pro Konsument, lokal gestartet, kein Netzwerk.
```bash
WIKI_TRACE=0 tools/.venv/bin/python -m chemenu.mcp
```
Der Prozess spricht MCP über stdin/stdout und gibt für sich genommen nichts aus — das ist
richtig so. Gestartet wird er normalerweise nicht von Hand, sondern vom Client (Schritt 3).
**`WIKI_TRACE=0` ist nicht optional.** Telemetrie ist per Default an und schreibt nach
`reports/telemetry/` im Repo. Der Server **verweigert den Start**, solange das so ist, statt
still umzuleiten:
```
ERROR Telemetry is on and would write into the served checkout (...). Set WIKI_TRACE=0,
or point WIKI_TRACE_DIR outside the corpus.
```
Beide Auswege sind gleichwertig: `WIKI_TRACE=0` schaltet ab, `WIKI_TRACE_DIR=/var/log/chemenu`
lenkt um. Der Grund steht in Schritt 6 — der Sync darf `reports/` wegräumen.
## Schritt 3: Einen Client einbinden
Die Konfiguration folgt der üblichen MCP-Client-Form. Absolute Pfade, weil der Client kein
Arbeitsverzeichnis erbt:
```json
{
"mcpServers": {
"chemenu": {
"command": "/pfad/zur/instanz/tools/.venv/bin/python",
"args": ["-m", "chemenu.mcp"],
"cwd": "/pfad/zur/instanz/tools",
"env": {
"WIKI_TRACE": "0",
"CHEMENU_ROOT": "/pfad/zur/instanz"
}
}
}
}
```
`CHEMENU_ROOT` sagt, **welches** Wiki bedient wird. Ohne die Variable nimmt der Server den
Checkout, in dem das Paket selbst liegt — für eine einzelne Instanz reicht das, aber wer mehrere
Korpora hat, setzt sie besser immer.
Danach kennt der Client fünf Werkzeuge:
| Tool | Was es beantwortet |
|---|---|
| `search` | Seiten in `kb/` nach Text, nach Frontmatter (`confidence<0.6`, `tags~k8s`) oder beidem |
| `types` | Welche Seitentypen dieses Wiki kennt |
| `describe_type` | Der vollständige Vertrag eines Typs: Felder, Pflichtangaben, Enums |
| `lint` | Strukturelle Befunde: kaputte Wikilinks, Waisen, Index-Drift, Schema-Lücken |
| `status` | Momentaufnahme: Seitenzahl, Verteilung auf Collections, Befundzahlen |
## Schritt 4: Ausgeliefert starten (streamable HTTP)
Der Transport für den Betrieb, und der einzige, vor den sich ein Reverse Proxy setzen kann.
```bash
WIKI_TRACE=0 CHEMENU_ROOT=/srv/chemenu \
tools/.venv/bin/python -m chemenu.mcp \
--transport streamable-http --host 0.0.0.0 --port 8000
```
Der Endpunkt ist dann `http://<host>:8000/mcp`.
`--host 0.0.0.0` ist bewusst nicht der Default. Ohne die Angabe bindet der Server auf Loopback,
was lokal richtig und im Container falsch ist — dort muss der Proxy ihn erreichen können. Wer
`0.0.0.0` setzt, muss also auch dafür sorgen, dass davor etwas steht (Schritt 5).
`sse` wird nicht angeboten. Es ist der abgelöste Remote-Transport; jetzt darauf zu bauen
verschiebt den Wechsel nur.
## Schritt 5: Authentifizierung davor
**Der Server authentifiziert nicht selbst, und das ist Absicht.** Nicht sauber
authentifizierte Zugriffe sollen den Python-Prozess gar nicht erst erreichen. Die
Authentifizierung ist eine Traefik-ForwardAuth-Middleware:
> **<https://gitea.nehmer.net/torben/gitea-mcp-forward-auth>**
Kurz, was sie tut: sie prüft `Authorization: Bearer <token>` gegen SHA-256-Hashes erlaubter
Tokens, antwortet `200` bei gültigem und `401` bei fehlendem oder falschem Token, und hält
`GET /healthz` immer offen. Klartext-Tokens liegen weder in der Konfiguration noch im Log — nur
Hashes und ein kurzer Fingerprint. Konfiguriert wird sie über
`AUTH_PROXY_TOKEN_HASHES_DIR` (ein Verzeichnis, eine Datei je Token-Hash — passend für ein
Kubernetes-Secret-Volume) oder `AUTH_PROXY_TOKEN_HASHES` (kommagetrennte Liste). Einzelheiten,
Referenzmanifeste und ein Testskript stehen im README dort.
Einen Token-Hash erzeugen:
```bash
echo -n "mein-token" | sha256sum | awk '{print $1}'
```
**Rate Limiting gehört an dieselbe Stelle** — vor den Prozess, neben die Authentifizierung.
Nicht in den Iteration Budget Gate: der begrenzt eine *Agenten-Session* am unbemerkten Iterieren
über den Wiki-Zustand, weshalb Retrieval von ihm ausgenommen ist. Ihn als Rate Limiter zu
benutzen würde ihn dazu verwässern.
## Schritt 6: Den Korpus aktuell halten
Der Server liest den Arbeitsbaum. Ein veralteter Checkout antwortet selbstbewusst falsch —
deshalb trägt **jede Antwort den Commit**, aus dem sie berechnet wurde:
```json
{ "commit": "<40-stelliger SHA>", "as_of": "<ISO-8601, UTC>", "count": 3, "...": "..." }
```
Aktuell gehalten wird der Baum durch Polling, aus einem Timer neben dem Server:
```bash
git -C "$CHEMENU_ROOT" fetch --quiet origin && \
git -C "$CHEMENU_ROOT" reset --hard --quiet origin/main
```
Polling statt Webhook, weil es keinen eingehenden Endpunkt und keine Signaturprüfung braucht —
eine kleinere Angriffsfläche als das, was es optimieren würde.
`reset --hard` ist dabei tragend und keine Bequemlichkeit: der Korpus-Cache verwendet einen
Parse wieder, solange der Commit gleich bleibt, und cacht einen **schmutzigen Baum überhaupt
nicht**. Ein abgedrifteter Checkout antwortet also zwar richtig, parst aber bei jeder Anfrage
neu — und stempelt jede Antwort mit `"commit": null`, weil sie keiner Revision entspricht.
## Verifikation
Läuft es? Der schnellste Test ohne Client — startet den Server über stdio, listet die Tools und
stellt eine Frage:
```bash
cd tools && WIKI_TRACE=0 .venv/bin/python - <<'EOF'
import asyncio, os
from mcp import ClientSession, StdioServerParameters
from mcp.client.stdio import stdio_client
async def main():
params = StdioServerParameters(
command=".venv/bin/python", args=["-m", "chemenu.mcp"],
env={"WIKI_TRACE": "0", "PATH": os.environ["PATH"]},
)
async with stdio_client(params) as (r, w):
async with ClientSession(r, w) as s:
await s.initialize()
print("Tools:", [t.name for t in (await s.list_tools()).tools])
out = await s.call_tool("status", {})
d = getattr(out, "structuredContent", None) or out.structured_content
print("Seiten:", d["pages"], "| Commit:", d["commit"])
asyncio.run(main())
EOF
```
Erwartete Ausgabe, sinngemäß:
```
Tools: ['search', 'types', 'describe_type', 'lint', 'status']
Seiten: 176 | Commit: 576df2cdddc96614a7e6641e562022d52112d411
```
Gegen die CLI gegenprüfen — beide müssen dieselbe Antwort geben:
```bash
tools/wikitool search "<begriff>" --json
```
## Troubleshooting
**`ERROR Telemetry is on and would write into the served checkout`** — erwartetes Verhalten,
kein Fehler in der Installation. `WIKI_TRACE=0` setzen oder `WIKI_TRACE_DIR` aus dem Korpus
heraus zeigen lassen (Schritt 2).
**`ModuleNotFoundError: No module named 'mcp'`** — Schritt 1 fehlt, oder der Client startet ein
anderes Python als das der Instanz. Im Client den absoluten Pfad auf `tools/.venv/bin/python`
setzen.
**`"commit": null` in jeder Antwort** — der bediente Baum hat uncommittete Änderungen. Entweder
läuft der Sync nicht, oder etwas schreibt in den Korpus, das dort nichts zu suchen hat. Der
Server selbst schreibt nie; ein Test prüft das, indem er alle fünf Tools aufruft und Dateibaum,
`HEAD` und `git status --porcelain` vorher/nachher vergleicht.
**`commit` nennt eine alte Revision** — der Sync aus Schritt 6 läuft nicht.
**Der Server antwortet anders als `wikitool`** — das ist ein Defekt, keine
Konfigurationsdifferenz: beide gehen durch dieselben Funktionen, und ein Golden-Test hält sie
zusammen. Zuerst prüfen, ob beide auf denselben Root zeigen; `CHEMENU_ROOT` ist leicht für einen
von beiden gesetzt und für den anderen nicht.
**Von außen nicht erreichbar** — ohne `--host 0.0.0.0` bindet der Server auf Loopback
(Schritt 4). Wenn er dann erreichbar ist, aber jeder Aufruf `401` bekommt, arbeitet die
Middleware aus Schritt 5 korrekt und das Token stimmt nicht.
## Was hier bewusst nicht steht
Deployment — Cluster, Ingress-Hosts, Secret-Store, FluxCD-Quelle. Das ist private Infrastruktur
und dieses Repo ist öffentlich.
Ein **Container-Image** für den Betrieb gibt es noch nicht; es ist als eigenes Vorhaben erfasst,
mitsamt den Entscheidungen, die dafür noch offen sind (Korpus im Image oder als Volume, wer den
Sync ausführt, Basis-Image, Healthcheck):
<https://gitea.nehmer.net/torben/chemenu/issues/37>. Bis dahin ist der Weg oben — venv,
`python -m chemenu.mcp`, Proxy davor — der vollständige.